Blei verseuchtes Dope auch in Berlin?

10.11.2007: Die aufgetauchten bleiverseuchten Cannabisprodukte, sollten die Politik dazu bringen aufzuwachen und nicht weiter bloße Abstinenz als einzige Lösung solcher Probleme zu predigen. Eine ehrliche und aufklärende, aber nicht verdammende Drogenpolitik ist der einzige Weg, um mögliche KonsumentInnen zu schützen.

Blei verseuchtes Dope auch in Berlin?

Diese Woche ist in Leipzig mit Blei versetztes Cannabis aufgetaucht. Daraufhin hatte die Stadt Leipzig eine Warnmeldung herausgegeben und von bisher 19 schweren Vergiftungen berichtet. Nun ist es höchste Zeit, dass auch in Berlin die Alarmglocken schrillen. Gegenwärtig belässt es der politische Mainstream dabei, vor Cannabismissbrauch zu warnen und das Kiffen an sich zu verdammen. Es kann aber nicht sein, dass die vielen Kiffer in der Stadt auf sich allein gestellt sind, wenn es darum geht, sauberes Gras oder Haschisch zu bekommen. Die Gesundheitsverwaltung und die Berliner Polizei sind gefragt, beschlagnahmte Cannabisprodukte auf Schadstoffe hin zu untersuchen und gegebenenfalls wie in Leipzig entsprechende Warnungen herauszugeben. Nur Abstinenz zu predigen und Verbraucher- und Gesundheitsschutz unter den ideologischen Teppich zu kehren, kann nicht die Antwort sein, wenn schwere Vergiftungen auch in Berlin Realität werden können. Schon länger macht der Deutsche Hanfverband darauf aufmerksam, dass DealerInnen Cannabis durch Zusatzstoffe verunreinigen und strecken, um es billiger zu verkaufen. Sowohl Cannabis als auch Haschisch werden mit den unterschiedlichsten Substanzen versetzt. Die Liste reichte bislang von Gewürzen, Fetten und Ölen bis zu Sand, Wachs und Zucker, aber auch Chemikalien wie Haarspray und Schuhcreme wurden laut Untersuchungen des Deutschen Hanfverbandes häufiger gefunden. Der nun festgestellte Zusatz von Blei ist besorgniserregend. Erste Abhilfe könnte geschaffen werden, indem endlich der Heimanbau von Hanf entkriminalisiert wird. Wie die geringe Menge an rauchfertigem Cannabis, könnte bei der Beschlagnahme einer geringen Menge von beispielsweise fünf Hanfplanzen von der Strafverfolgung abgesehen werden. Bündnis 90/ Die Grünen halten an ihrem Leitbild einer ehrlichen und akzeptierenden Drogen- und Suchtpolitik fest. Das verbindet gute Therapieangebote für Suchtkranke und qualitativ einwandfreies Cannabis für mündige Konsumenten.

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