45 Jahre nach Mauerbau: Originalzeugnisse erhalten!

Am 13. August 1961 wurde für 28 Jahre geteilt, was zusammengehört. Berlin fiel in zwei Hälften. Familien wurden zerrissen, Arbeiterinnen und Arbeiter von ihren Werkbänken getrennt, Kinder von ihren Spielplätzen ferngehalten, belebte Straßen wurden zu Sackgassen. Mitten in einer eigentlich zivilisierten mitteleuropäischen Metropole entstand ein schwer bewaffneter militärischer Sperrbereich. Am 13. August gedenken wir traditionell den Opfern der Teilung. Egal, wie hoch die Zahl der Todesopfer nun gewesen sein mag, kaum ein anderes Bauwerk symbolisiert Gewalt, Diktatur und Verbrechen wie die Berliner Mauer.

"Die Mauer muss weg" - "Die Mauer ist weg"

Nach dem Fall der Mauer ist kaum noch etwas von der Grenze, den Absperrungen oder den Wachtürmen zu sehen. Am 9. November 1989, dem Tag der Maueröffnung, begann die Demontage des verhassten 'Schutzwalls' zwischen Berlin Ost und Berlin West. Inzwischen ist das ehemalige Sperrgebiet so gut wie unerkennbar geworden und obwohl immer mehr einsehen, welch bedeutenden historischen Wert die Überreste der Mauer haben, werden ihre letzten Spuren in hohem Tempo aus der sich rasant verändernden Stadt ausradiert. Touristinnen und Touristen und gerade auch junge Berlinerinnen und Berliner haben so kaum noch Möglichkeiten, authentische Stätten und Originale der Mauer zu begegnen. Mit den Gedenkstätten am Checkpoint Charlie und an der Bernauer Straße, sowie der Eastside Gallery sind zwar Anlaufstellen für Gedenken und Mauerkultur im Stadtbild vorhanden. Vieles von dem sind aber keine Originale oder an einer anderen Stelle aufgebaut. Und es sind definitiv zu wenig Orte, an denen die Erinnerung an die Berliner Mauer lebendig gehalten werden. So fehlen erlebbare Elemente unter anderem am Brandenburger Tor, am Potsdamer Platz und auch an der äußeren Berliner Stadtgrenze.

Für eine authentische Erinnerungskultur !

  • Abrissmoratorium
  • Die letzten Mauerstücke an ihren ursprünglichen Orten, etwa am Potsdamer Platz oder in der Stresemannstraße müssen erhalten bleiben. So ist das letzte Originalstück der inneren Mauer der vierten Generatinon gegenwärtig vom Abriss bedroht. Besonders zynisch: Das Bundesumweltministerium und der Bezirk Mitte verklagen den privaten Eigentümer und lassen sich nicht auf Baupläne ein, die ein nebeneinander Existieren möglich machen.

  • Mauergedenken am Brandenburger Tor
  • Am Brandenburger Tor, früher dem Symbol der Berliner Teilung, verlief die Mauer geradewegs hindurch. In Hinblick auf das Holocaust-Mahnmal steht hier das Gedenken unter besonders schwierigen Vorzeichen. Trotzdem hat hier ein deutliches Erinnerungszeichen an die Mauer zu stehen, ohne die Verbrechen Nazi-Deutschlands an Jüdinnen und Juden zu relativieren.

  • Glienicker Brücke
  • Der ehemalige Agentenaustauschplatz ist heute ein normale Brücke von Potsdam nach Berlin-Wannsee. Hier muss ein deutliches Erinnerungszeichen zu finden sein.

Mauerinfos des Senats

Empfehlenswerte Mauerstreifzuege mit dem Fahrrad und Michael Cramer

Das viel diskutierte Gedenkstättenkonzept - beschlossen von Senat und Abgeordnetenhaus

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