Keine amerikanischen Zustände in der JVA Charlottenburg!
24.05.2008: Die völlig übertriebenen Maßnahmen in der JVA - z.B. dürfen BesucherInnen Gefangene nur noch abgetrennt durch eine Scheibe besuchen - müssen zurückgenommen werden, denn solche Maßnahmen behindern eine Resozialisierung.
Keine amerikanischen Zustände in der JVA Charlottenburg!
Inhaftierte in der JVA Charlottenburg die Besuch empfangen, dürfen nicht mehr viel: Es wurden Trennscheiben auf Augenhöhe und Trennplatten unter den Tischen eingeführt, Essensmöglichkeiten abgeschafft und Körperkontakt verhindert. Damit spielt allein die Sicherheit die entscheidende Rolle, wenn die dort Inhaftierten Besuch be-kommen. Und das obwohl in diese Anstalt ohnehin nur Straftäter kommen, die als nicht ausbruchsgefährdet gelten, keine akute Drogenproblematik haben und noch höchstens 4 Jahre Freiheitsstrafe absitzen müssen. Anlass für die neuen Sicherheitsmaßnahmen war die Flucht eines Inhaftierten aus der JVA Charlottenburg vor einigen Monaten. Wenn die Verwaltung deshalb nun aber auf Sicherheit setzt, verkennt sie, dass die Flucht in erster Linie durch bedauerliches menschliches Versagen ermöglicht wurde. Da helfen keine noch so starken Trennscheiben. Diese bringen nicht mehr Sicherheit, sondern behindern die Resozialisierung. In der JVA Tegel, in der lebenslänglich Inhaftierte und Sicherungsverwahrte sitzen, wären solche Zustände unvorstellbar. Wir fordern die Justizverwaltung auf die Maßnahmen rückgängig zu machen. Zumindest muss wieder eine Kinderspielecke eingeführt und auf Anstaltskleidung verzichtet werden. Es dürfen nicht alle Inhaftierten wegen eines Vorfalls in Mithaftung genommen werden.