Schmierfinken - Politiker über Journalisten: Mein Beitrag über Georg Gafron
24.06.2009: Das Buch "Schmierfinken - Politiker über Journalisten" wird herausgegeben von Maybrit Illner und Hajo Schumacher und ist frisch im Buchhandel erhältlich.
Es enthält viele Beiträge, in denen wir, die Politiker_innen mal ausnahmsweise über sie, die Journalist_innen schreiben können. Das sehr lesenswerte Buch enthält viele spannende Momente, lädt aber ebenso zum schmunzeln ein und ist immer ein Stück weit eine kleine, aber durchaus kollegiale Rache.
Mein Beitrag im Buch handelt von einem ganz besonderen Exemplar: Georg Gafron. Dies ist ein Ausschnitt vom Beitrag.
Frontstadt-Fortissimo - Georg Gafron
Mit der Berliner Mauer fielen auch alte Feindbilder. Im wiedervereinten Deutschland sind alle Politiker irgendwie demokratisch, öko, sozial und liberal. Ideologien werden vom Kompromiss überlagert: Der Streit findet zunehmend innerhalb und nicht mehr zwischen den Parteien statt" (Zitat, siehe Druckversion). Sogar der Springer-Verlag und die grünalternative Szene haben sich heute in einer zärtlichen, subtilen Hassliebe umschlungen. Wo einst die Mauer stand, treffen heute die nach Rudi Dutschke und Axel Springer benannten Straßen aufeinander. Kaum zu glauben, wenn man Georg Gafron kennt!
[...]
Das Perverse ist auch nicht ein Georg Gafron, der sich freut, wenn eine Frauengruppe ihn zum Chauvi des Jahres kürt. Das kann ja fast jeder noch verstehen.
Pervers ist vielleicht eher, dass Vergewaltiger und Frauenmörder im Boulevard zunächst auf Verständnis treffen, das sie anfixt. Schlagzeilen wie "Der Winter kommt. Wen lässt Tanja unter ihre Decke?" wecken Träume und spielen mit ihrer Fantasie. Sobald aber Grenzen überschritten werden, ist Lynchjustiz "B.Z. verspricht: Wir finden ihn!" - angesagt. Die Maschine erzeugt sie, die Maschine vernichtet sie.
Ob Zeitungsmacher wie Gafron sich angesichts von Geständnissen der Sexverbrecher ihrer eigenen Inhalte versehen?
Mehr über Georg Gafron finden Sie ab Seite 99 des Buches"Schmierfinken - Politiker über Journalisten"