Kühlen Kopf bewahren
29.10.2007: Bei einer Demonstration türkischer BerlinerInnen gab es Übergriffe auf Kurdischstämmige MitbürgerInnen, die nicht hingenommen werden dürfen. Die Analyse der Polizei, das Zusammenleben der türkischen und kurdischstämmigen BerlinerInnen sei gescheitert ist allerdings nicht zutreffend. Die aufgeheizte Stimmung erhält durch solche Aussagen nur weiteren Nährboden. Alle sollten sich jetzt beruhigen und die Gruppen unterstützen, die für ein friedliches Miteinander eintreten.
Bündnis 90/ Die Grünen verurteilen die Gewalt auf der gestrigen Demonstration. Die zu befürchtende Militärintervention der Türkei in den Nordirak rechtfertigen keine Ausschreitungen, erst recht nicht gegen kurdischstämmige MitbürgerInnen und die Berliner Polizei. Alle Seiten sind aufgefordert, kühlen Kopf zu bewahren. Statt die Stimmung anzuheizen und weitere Ausschreitungen zu prognostizieren, sollten auch die Berliner Sicherheitsbehörden eine nüchterne Analyse wagen: 18 Festnahmen und 17 verletzte Polizisten sind kein Gewaltexzess. Die Politik ist gut beraten, jetzt nicht das Scheitern des Zusammenlebens von türkischen und kurdischstämmigen BerlinerInnen herauf-zubeschwören. Respekt, Unterstützung und Hilfe verdienen diejenigen türkischen und kurdischen Gruppen, die sich trotz der angespannten Lage für ein friedliches Miteinander einsetzen. Das Lagebild und die polizeilichen Erkenntnisse im Vorfeld der Demonstration müssen politisch aufgearbeitet werden. Die Polizei muss darlegen, ob sie ausreichend auf die Demonstration vorbereitet war. Augenscheinlich wurde die Teilnehmerzahl und das Gewaltpotential unterschätzt. Viele friedliche TeilnehmerInnen der Demonstration hatten den Eindruck, von der Polizei alleine gelassen worden zu sein.