"Weitere Hängepartie im Fall Yilmaz Sam ist nicht zu verantworten!"
05.06.2007: Die Betreiber des multikulturellen Projekts YAAM haben heute eindringlich an Innensenator Körting appelliert, im Fall Yilmaz Sam von seinem Ermessensspielraum Gebrauch zu machen.
Appell an den Innensenator: "Weitere Hängepartie im Fall Yilmaz Sam ist nicht zu verantworten!"
Die Betreiber des multikulturellen Projekts YAAM haben heute eindringlich an Innen-senator Körting appelliert, im Fall Yilmaz Sam von seinem Ermessensspielraum Gebrauch zu machen. YAAM-Vorstand Jan Lerch: "Die psychische Belastung des Hin und Hers, dem er seit Jahren ausgesetzt ist, ist für Yilmaz nicht länger zu ertragen. Eine weitere Hängepartie ist nicht zu verantworten!" Sam be-findet sich seit einer Woche in der psychiatrischen Abteilung des Urban-Krankenhauses. Fälle wie der von Yilmaz Sam fallen unter die neue Bleiberechtsregelung, er ist seit 11 Jahren in Deutschland, er ist integriert, er spricht die Sprache, und er kann sogar jetzt bereits das verbindliche Angebot einer unbefristeten Festanstellung vorweisen. Berenice Böhlo, die Rechtsanwältin von Yilmaz Sam, sagte dazu: "Die Entscheidung der Ausländerbehörde ist rechtlich nicht nachzuvollziehen. Yilmaz hat keinerlei Bezugspunkte mehr zur Türkei. Der Fall ist menschlich und rechtlich eine Katastrophe." Yilmaz Sam konnte schon einmal nur Minuten vor dem Abflug aus dem Flugzeug geholt werden. Alle Beteiligten sollten versuchen, eine neuerliche Zuspitzung des Falles verhindern, forderte heute Jan Lerch. Und weiter: "Für uns ist es völlig unerklär-lich, wie es soweit kommen konnte. Eine Neubewertung des Falles ist möglich. Wir warten auf eine Reaktion von Innensenator Körting." Für Benedikt Lux, MdA Bündnis 90/Die Grünen, ist der Fall Sam kein Einzelfall: "Die Ausländerbehörde ermittelt einseitig gegen die langjährig hier lebenden Migrantinnen und Migranten. Der rot-rote Senat hat versprochen, bei der Vergabe von Aufenthaltstiteln zugunsten der Betroffenen zu entscheiden und sich für ein großzügiges Bleiberecht auf Bundesebene einzusetzen. Angesichts der niederschmetternden Zahlen, müssen den Wort nun dringend Taten folgen." Aus der vorläufigen Statistik der Ausländerbehörde geht her-vor, dass von mehr als 2.600 Anträgen 231 positiv beschieden worden sind, 346 wurden abgelehnt. In Berlin leben mehr als 8.000 Menschen mit einer Duldung.